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Fünf Wochen Bauarbeiten: Das bedeutet die Pistensanierung für den EuroAirport, die Airlines und die Passagiere

  • Autorenbild: Alliance GloBâle
    Alliance GloBâle
  • 15. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Ab dem 15. April 2026 wird die Hauptpiste des EuroAirport für gut fünf Wochen umfassend saniert. Die Arbeiten sind Teil eines langfristigen Instandhaltungsprogramms und dienen der Sicherheit des Flugbetriebs. Während der Bauphase bleibt der Flughafen jedoch nicht vollständig geschlossen: Ein reduzierter Flugbetrieb über die kürzere Ost-West-Piste ist weiterhin möglich. Im Interview erklärt Manuela Witzig, Leiterin Kommunikation und Public Affairs, weshalb die Sanierung jetzt notwendig ist, warum insbesondere easyJet fliegt – und welche betrieblichen Einschränkungen damit verbunden sind.


Vogelperspektive auf den EuroAirport
Vogelperspektive auf die beiden Pisten: eher horizontal die Hauptpiste, quer dazu die Ost-West-Piste

Was sind die Gründe für die Sanierung der Hauptpiste und weshalb ist sie genau jetzt notwendig?

Nach Jahrzehnten intensiver Nutzung ist eine Sanierung der Hauptpiste am EuroAirport notwendig. Die Piste wurde seit ihrem Bau im Jahr 1953 mehrfach modernisiert. 1978 wurde sie nach Norden verlängert und in den Jahren 1991 und 2011 wurden einzelne Abschnitte erneuert respektive saniert. Die nun geplante Sanierung ist Teil eines langfristigen Instandhaltungsprogramms zur Sicherstellung der Betriebssicherheit.


Warum wird genau in dieser Zeit, also vom 15. April bis 20. Mai 2026, saniert?

Es war eine Abwägung verschiedener Faktoren, darunter die zu erwartenden Wetterverhältnisse sowie betriebliche Aspekte wie das Passagieraufkommen.


Warum ist während der Bauphase ausschliesslich ein reduziertes Flugangebot von easyJet möglich, und wie kam diese Entscheidung zustande?

Während die Hauptpiste für alle Flugzeugtypen geeignet ist, kann die kürzere Ost-West-Piste nur von kleineren und leichteren Flugzeugen genutzt werden. Zu grosse bzw. zu schwere Maschinen können dort nicht starten. Während der Sanierung der Hauptpiste ist diese für den Flugbetrieb gesperrt. Die Sekundärpiste bleibt jedoch in Betrieb, sodass ein eingeschränkter Flugbetrieb weiterhin möglich ist.

Alle Airlines haben geprüft, ob sie ihre Flüge während der Sanierung über die Ost-West-Piste aufrechterhalten können.


Warum haben sich mehrere Airlines dagegen entschieden?

Es gibt drei Hauptgründe, weshalb sich mehrere von ihnen dagegen entschieden haben: Entweder ist die angeflogene Destination zu weit entfernt (die Maschinen wären aufgrund des notwendigen Treibstoffs zu schwer), der eingesetzte Flugzeugtyp ist grundsätzlich zu gross oder zu schwer, oder die Airline konnte keine geeigneten alternativen Flugzeuge einsetzen.


Wie viele Flüge sind während der Schliessung geplant?

Während der Schliessung der Hauptpiste sind 24 Passagierflüge pro Tag geplant (12 Starts und 12 Landungen). Zum Vergleich: im gleichen Zeitraum im Jahr 2024 gab es durchschnittlich rund 200 Passagierflüge (Starts und Landungen) pro Tag.

Wir rechnen nebst den Passagierflügen mit zusätzlich rund 55 weiteren Flügen (Starts und Landungen) pro Tag während dieser Zeit (Expressfracht, Flüge der auf Wartung und Umbau spezialisierten Unternehmen (Jet Aviation, AMAC etc.) sowie Flüge der am EuroAirport stationierten Kleinflugzeuge). Total also rund 80 Flüge (Starts und Landungen) pro Tag.


Die Sekundärpiste wird normalerweise nur selten genutzt. Woran liegt das?

In „normalen“ Zeiten wird die Sekundärpiste tatsächlich nur sehr selten genutzt. Im Jahr 2024 fanden lediglich rund 1 % der Flüge über die Sekundärpiste statt. Aufgrund ihrer kürzeren Länge kann sie nur von einem kleinen Teil der auf unserer Plattform operierenden Flugzeuge genutzt werden. Ausserdem ist die Hauptpiste mit zwei hochpräzisen Instrumentenlandesystemen (ILS) ausgestattet, die Landungen bei nahezu jedem Wetter ermöglichen. Die kürzere Sekundärpiste verfügt über kein ILS. Wenn die Hauptpiste in Betrieb ist, ist es für die Flugsicherung betrieblich komplex, Bewegungen auf der kleineren Piste einzufügen, da diese die Hauptbetriebsrichtung kreuzen und dadurch zusätzliche Staffelungs- und Koordinationsanforderungen entstehen.


Heisst das, dass auf der Sekundärpiste bei schlechtem Wetter früher weniger oder gar nicht mehr geflogen werden kann als auf der Hauptpiste?

Ja, das ist korrekt. Die sogenannten Minimas – also die minimalen Wetter- und Sichtbedingungen für Starts und Landungen – sind auf der Ost-West-Piste restriktiver als auf der Hauptpiste. So ist zum Beispiel eine Mindestsichtweite von 5 000 m erforderlich, um dort landen zu können. Ungünstige Wetterverhältnisse wie z.B. Nebel können den Betrieb deshalb früher einschränken.


Wir danken Frau Manuela Witzig für die bereitwillige Auskunft während unseres Gesprächs. Manuela Witzig ist Leiterin Kommunikation und Public Affairs am Flughafen EuroAirport.

 
 
 

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