Wenn der Winter kommt: Wie der EuroAirport den Flugbetrieb sichert
- Alliance GloBâle

- vor 20 Stunden
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Die jüngsten Schneestürme an Flughäfen in den Niederlanden und in Deutschland, die zu zahlreichen Flugausfällen und massiven Verspätungen führten, haben eindrücklich gezeigt, wie entscheidend ein leistungsfähiger Winterdienst für die Betriebssicherheit ist. Am EuroAirport wird deshalb bereits lange vor dem Winterbeginn mit detaillierter Planung, moderner Technik und klaren Prioritäten sichergestellt, dass der Flugbetrieb auch bei Schnee und Eis möglichst zuverlässig aufrechterhalten werden kann.

Welche Rolle spielt der Winterdienst für die Betriebssicherheit und Zuverlässigkeit des EuroAirport?
Der Winterdienst ist von entscheidender Bedeutung, um die Kontinuität und Sicherheit des Flugbetriebs bei winterlichen Wetterereignissen zu gewährleisten.
Wie lange im Voraus bereitet sich der EuroAirport organisatorisch und personell auf Schnee- und Glatteisereignisse vor?
Die Vorbereitungen für die Saison beginnen bereits im Juni mit der Ausarbeitung des Schneeräumungsplans. Dieses Dokument ist für die französische Zivilluftfahrtbehörde DGAC sowie für alle Fluggesellschaften und Partner des Flughafens bestimmt. Es beschreibt die festgelegte Organisation, einschliesslich der definierten Zonen, der meteorologischen Überwachung, der Mobilisierung der Einsatzteams und der Festlegung der Interventionsstrategien. Der Schneeräumungsplan wird jährlich unter Berücksichtigung der Rückmeldungen aus der vorangegangenen Saison und aktueller regulatorischer Anforderungen aktualisiert.
Das für die Schneeräumung zuständige Personal stammt aus den verschiedensten Abteilungen des Flughafens.
Welche Flächen haben bei der Schneeräumung oberste Priorität, und wie schnell muss eine Start- oder Landebahn nach Schneefall wieder einsatzbereit sein?
Die Prioritäten für die Schneeräumung am EuroAirport sind in den Vorschriften klar definiert, um die Sicherheit des Flugverkehrs zu gewährleisten. Vorrang haben die Hauptstart- und Landebahn 15/33 und die zugehörigen Rollwege. Die anderen Rollwege und Positionen werden parallel, aber ohne Priorität geräumt, wobei weniger kritische Bereiche und die zweite Piste erst nach Sicherstellung des Betriebs der Hauptbereiche bearbeitet werden. Das Vorfeld wird separat betreut; die wichtigsten Flugzeugpositionen sowie die Hauptzufahrten nach Frankreich und in die Schweiz werden vorrangig behandelt. Die übrigen Bereiche wie Parkplätze, Gehwege und der Frachtbereich folgen entsprechend ihrer betrieblichen Bedeutung.
Mit welchen technischen Mitteln und Fahrzeugen arbeitet der Winterdienst, und wie hat sich die Technologie in den letzten Jahren weiterentwickelt?
Um einen sicheren und reibungslosen Winterbetrieb zu gewährleisten, setzt der EuroAirport auf eine moderne Flotte von Spezialfahrzeugen und Geräten. Für die Räumung der Start- und Landebahnen sowie Rollwege stehen sieben OVERAASEN RSC 250 mit Schneepflug, Zwischenachsenbürste (Arbeitsbreite 4 Meter), Gebläse und Streusystem (bis zu zwölf Meter Breite) sowie eine leistungsstarke Schneeschleuder (Kapazität: 10'000 Tonnen pro Stunde) zur Verfügung. Ergänzt wird der Fuhrpark durch Streugeräte für flüssige und feste Enteisungsmittel (SCHMIDT ASP8000 und STRATOS, jeweils bis 24 Meter Streubreite). Auf dem Vorfeld und den Dienstwegen kommen zwei weitere OVERAASEN RSC 250, zwei METRAC-Kompakttraktoren mit Schild und Bürste sowie vier LINDNER-Traktoren (120 PS, Bürste/Frontschild, Flüssigkeitsstreuanlage) zum Einsatz.
Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit Partnern wie Fluggesellschaften, Bodenabfertigung und Behörden während eines Wintereinsatzes?
Die Zusammenarbeit mit Partnern wie Fluggesellschaften, Bodenabfertigung und Behörden am EuroAirport erfolgt koordiniert und abgestimmt. Zu den wichtigsten Beteiligten zählen Swissport, Météo France, die DGAC und sämtliche Akteure der Flughafenplattform. Jeder Akteur der Plattform ist in den Winterdienstausschuss eingebunden, um sicherzustellen, dass die Bedürfnisse und Herausforderungen im Falle eines Wintereinsatzeinsatzes berücksichtigt werden. Bereits im Vorfeld eines angekündigten Schnee- oder Glatteisereignisses werden aktuelle Wetterdaten und Prognosen gemeinsam bewertet, um den Einsatz der Teams frühzeitig zu planen. Die Schneeräumung wird anhand der Wetterlage ausgelöst; alle Partner erhalten Informationen zu Abläufen und Prioritäten, sodass die Betriebsprozesse möglichst reibungslos weitergeführt werden können.
In Zeiten des Klimawandels beobachten wir einerseits mildere Winter, andererseits extreme Wetterereignisse. Wie wirkt sich das auf die Einsatzplanung aus?
Der Winterdienst ist als Pikettorganisation aufgebaut. Die Einsatzplanung ist auf die Grösse des zu versorgenden Gebiets ausgerichtet. Je nach Wetterbedingungen kann die Anzahl der Einsätze variieren. Auf die Planung selbst hat dies keinen Einfluss.




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