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EuroAirport: Massnahmen zur Lärmreduktion zeigen Wirkung

  • vor 3 Stunden
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Der EuroAirport blickt auf ein verkehrsintensives Jahr 2025 zurück. Trotz steigender Passagierzahlen konnte die nächtliche Lärmbelastung deutlich reduziert werden. Aktuelle Auswertungen zeigen, dass die in den letzten Jahren eingeführten Massnahmen zur Reduktion des Nachtlärms deutlich Wirkung zeigen. Dennoch bleibt die Lärmreduktion insbesondere in den späten Abend- und Nachtstunden für den Flughafen eine zentrale Herausforderung.


Moins de bruit durant la nuit

Mit 9,6 Millionen Passagieren hat der EuroAirport einen neuen Höchstwert erreicht. Gleichzeitig standen der Flugbetrieb und insbesondere die Lärmbelastung in den Abend- und Nachtstunden weiterhin im Fokus von Politik, Wirtschaft und Bevölkerung. Der aktuelle Lärmnachweis zeigt: Die in den vergangenen Jahren eingeführten Massnahmen zur Lärmreduktion zeigen Wirkung - auch wenn weiterhin Handlungsbedarf besteht.


Klare Regeln für die Nacht

Ein zentraler Hebel zur Reduktion des Nachtlärms ist die seit Februar 2022 geltende Regelung, wonach Flugzeuge ihre Parkposition spätestens um 23 Uhr verlassen müssen. Verspätete Abflüge sind seither nur noch erlaubt, wenn die Airline nicht dafür verantwortlich ist. Diese Vorgabe hat das Verhalten der Fluggesellschaften nachhaltig verändert.

Die Zahlen belegen den Effekt deutlich: Im Jahr 2024 gab es rund 60 Prozent weniger Starts nach 23 Uhr als noch 2019. In den ersten sieben Monaten 2025 gingen sie gegenüber dem Vorjahr nochmals um mehr als 30 Prozent zurück - insgesamt also über 70 Prozent weniger als 2019. Besonders aussagekräftig ist der Zeitpunkt des Verlassens der Parkposition: Hier beträgt der Rückgang im Vergleich zu 2019 rund 95 Prozent.

Rund 80 Prozent der verbleibenden Abflüge nach 23 Uhr finden in den ersten 15 Minuten statt. Auch in der letzten Viertelstunde vor 23 Uhr ist seit Juni 2025 ein Rückgang der Flüge um rund 35 Prozent zu verzeichnen.


Anreize, Kontrolle und Zusammenarbeit

Diese Entwicklung ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis eines Zusammenspiels aus klaren Regeln, finanziellen Anreizen und konsequenter Aufsicht. Die Lärmgebühren am Abend wurden 2024 erhöht und 2025 nochmals verschärft. Die zuständige französische Behörde ACNUSA überwacht die Einhaltung der Vorgaben und hat bis Mitte 2025 Bussen in der Höhe von über 3,7 Millionen Euro ausgesprochen.

Parallel dazu führt der Flughafen einen kontinuierlichen Dialog mit den Airlines. Ziel ist es, Flugpläne besser zu gestalten, Verspätungen in der Flugzeugrotation zu vermeiden und lärmärmere Verfahren konsequent anzuwenden. Seit Oktober 2024 ist beispielsweise das lärmärmste Abflugverfahren (NADP-1) verbindlich vorgeschrieben.


Spürbare Entlastung beim Lärm

Die Massnahmen wirken sich messbar auf die Lärmsituation aus. Seit 2019 ist der nächtliche Lärmpegel zwischen 23 und 24 Uhr nördlich des Flughafens um mehr als 6 Dezibel gesunken, südlich um rund 1,5 Dezibel. Auch die Zahl der Personen in der Schweiz, die von Überschreitungen der gesetzlichen Lärmgrenzwerte betroffen sind, ging gegenüber 2023 um rund 49 Prozent zurück.

Der aktuelle Lärmnachweis 2024 bestätigt damit eine deutliche Verbesserung gegenüber den Vorjahren. Gleichzeitig zeigt er aber auch, dass die Immissionsgrenzwerte über Schweizer Gebiet zwischen 22 und 24 Uhr weiterhin überschritten werden. Die bisherigen Fortschritte markieren einen klaren Trend, lösen das Problem aber noch nicht vollständig.


Ein langfristiger Prozess

Der EuroAirport verfolgt beim Thema Lärm einen langfristigen Ansatz. Der Fokus liegt auf der Nachtzeit zwischen 22 und 6 Uhr, da diese für die Erholung der Anwohnenden besonders wichtig ist. Weitere Massnahmen, insbesondere zur Entlastung der südlich gelegenen Regionen, werden geprüft.

Flughafendirektor Tobias Markert ordnet die Entwicklung wie folgt ein: «Die Zahlen zeigen, dass das Zusammenspiel aus Regeln, Anreizen und Kooperation Wirkung entfaltet. Zugleich sind wir uns bewusst, dass weiterhin Handlungsbedarf besteht, um die bestehenden Grenzwertüberschreitungen schrittweise zu verringern. Dieses Ziel verfolgen wir konsequent.»


Der EuroAirport zeigt, dass wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Lärmschutz kein Widerspruch sein müssen. Trotz steigender Passagierzahlen konnte die nächtliche Lärmbelastung reduziert werden. Die bisherigen Ergebnisse belegen den Nutzen klarer Vorgaben und einer engen Zusammenarbeit mit den Airlines. Gleichzeitig bleibt die Lärmreduktion eine Daueraufgabe, die der EuroAirport auch in den kommenden Jahren konsequent weiterverfolgen wird.

 
 
 

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