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Wenn jede Minute zählt: Die Rega am EuroAirport

  • vor 3 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Seit 1975 ist die Rega mit einer Einsatzbasis am EuroAirport vertreten. Von hier aus startet die Crew zu rund 1’000 Einsätzen pro Jahr und leistet schnelle medizinische Hilfe aus der Luft für die Region Basel und das Dreiländereck. Im Interview erklärt Jean-Jacques Erne, Leiter der Rega-Basis Basel, welche Rolle der Standort am internationalen Flughafen spielt, welche Einsätze besonders häufig sind und wie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit funktioniert.


La Base à l'EuroAirport avec un des hélicoptères de sauvetage. Image mise à disposition par Rega.
Der Rega-Standort am EuroAirport mit einem seiner Rettungshelikopter. Bild zVg von der Rega.

Die Rega-Einsatzbasis Basel befindet sich seit 1975 auf dem Gelände des EuroAirport. Welche besondere Rolle spielt dieser Standort für Ihre Einsätze?

Mit unserer Helikopter-Basis am EuroAirport sind wir im Dreiländereck strategisch ideal positioniert. So können wir in der RegioTriRhena eine schnelle medizinische Hilfe aus der Luft gewährleisten. Gleichzeitig profitieren wir von der Infrastruktur eines internationalen Flughafens.


Viele Menschen verbinden die Rega vor allem mit Rettungseinsätzen in den Alpen. Welche typischen Einsätze fliegt die Crew in der Region Basel tatsächlich am häufigsten?

In der Region Basel werden wir häufig für akut erkrankte Personen aufgeboten, etwa bei Hirnschlägen oder Herzinfarkten, bei denen ein schneller und schonender Transport ins Spital entscheidend ist. Ebenso fliegen wir Einsätze nach Verkehrs-, Arbeits- oder Freizeitunfällen. Auch da sind der Zeitfaktor und die notfallmedizinische Versorgung vor Ort zentral. Hinzu kommen Verlegungsflüge von regionalen Spitälern in Zentrumsspitäler.


Die Basler Crew fliegt jedes Jahr rund 1’000 Einsätze. Ist das eine Zunahme gegenüber früheren Jahren?

Die Zahl der Einsätze in Basel ist nicht höher als in früheren Jahren. Unsere Basis fliegt seit über 20 Jahren jährlich rund 1’000 oder mehr Einsätze. Im Mittelland sind wir ergänzend zum bodengebundenen Rettungsdienst im Einsatz und werden gezielt von den Sanitätsnotrufzentralen aufgeboten. Die Zusammenarbeit mit den bodengebundenen Rettungsdiensten funktioniert dabei sehr gut.»


Der EuroAirport ist ein trinationaler Flughafen. Wie funktioniert die Zusammenarbeit bei Rettungseinsätzen über Landesgrenzen hinweg?

Die Rega erkannte schon früh, dass Grenzen kein Hindernis für schnelle medizinische Hilfe aus der Luft sein dürfen. Heute funktioniert die Zusammenarbeit mit unseren Partnerinnen und Partnern in der Schweiz sowie im Grenzgebiet von Deutschland und Frankreich sehr eingespielt. Im süddeutschen Raum wird die Rega beispielsweise von den dortigen Leitstellen aufgeboten, wenn sie benötigt wird.


Die Crew in Basel ist rund um die Uhr einsatzbereit. Wie sieht der Alltag auf dem Stützpunkt aus, wenn gerade kein Einsatz stattfindet?

Der Tag beginnt mit der Kontrolle des Rettungshelikopters sowie des medizinischen Einsatzmaterials und unserem Morgenbriefing. Wir erledigen Administratives oder kümmern uns um «Hausarbeit» wie Waschen oder Putzen. Wir absolvieren auch regelmässig Trainings, damit im Einsatz jeder Handgriff sitzt und Patientinnen und Patienten jederzeit optimal versorgt werden können.


Die Rega hat kürzlich neue Rettungshelikopter in Betrieb genommen. Welche Verbesserungen bringen diese für Patientinnen und Patienten sowie die Einsatzcrews in der Region Basel?

Dank des neuen Fünfblattrotors bietet der Helikopter 150 Kilogramm mehr Nutzlast. Dadurch hat die Crew bei Einsätzen deutlich mehr Leistungsreserven. Das fünfte Rotorblatt reduziert zudem die Vibrationen in der Kabine erheblich. Die neu gestaltete Kabine sorgt für optimale Bedingungen für die medizinische Versorgung von Patientinnen und Patienten. Bei Nachtflügen erhöht die neue Beleuchtung die Sicherheit deutlich.


Was macht die Rega-Basis Basel aus Ihrer Sicht besonders – und warum ist sie für die Sicherheit der gesamten Region so wichtig?

Besonders ist für mich vor allem unsere Crew: hochmotivierte Mitarbeitende, die in einem internationalen Umfeld, in mehreren Sprachen und unter oft komplexen medizinischen und fliegerischen Bedingungen arbeiten. Gerade im Dreiländereck ist die Basis Basel ein wichtiges Bindeglied in der grenzüberschreitenden Rettung.

Jean-Jacques Erne ist Leiter der Rega-Basis am EuroAirport
Jean-Jacques Erne ist Leiter der Rega-Basis am EuroAirport

 
 
 

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