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Sicherheit rund um die Uhr: Die Flughafenfeuerwehr des EuroAirport

  • vor 2 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Seit 80 Jahren gehört der EuroAirport zur Region. Und von Beginn an hat die Sicherheit eine zentrale Rolle gespielt. Sie ist oft unauffällig, aber immer präsent: Die Teams des Flughafenfeuerwehr- und Rettungsdienstes (SSLIA) wachen, trainieren und sind jederzeit einsatzbereit, um Passagiere, Personal und die gesamte Flughafenplattform zu schützen. Wir haben Manuel Fix, Leiter Prävention und Rettungsdienste (Airside), einige Fragen zur Arbeit und den Aufgaben der Flughafenfeuerwehr gestellt.


Manuel Fix am EuroAirport vor blauem Himmel, mit einem Lächeln im Gesicht
Manuel Fix, Leiter Prävention und Rettungsdienste EuroAirport

Was sind die Aufgaben der SSLIA?

Die Hauptaufgabe der SSLIA ist der Schutz von Passagieren, Besatzungen und Personal des EuroAirport. Bei einem Zwischenfall oder Unfall mit einem Flugzeug müssen unsere Teams sofort eingreifen können, um Menschen zu retten und einen allfälligen Brand zu bekämpfen.

Unsere Rolle geht aber weit über luftfahrtbezogene Notfälle hinaus. Wir kommen auch bei Unwohlsein, Unfällen oder Bränden auf der Plattform zum Einsatz und beteiligen uns an verschiedenen Präventions- und Sicherheitsmassnahmen. Damit wir jederzeit einsatzbereit sind, trainieren unsere Teams regelmässig und stellen laufend sicher, dass Fahrzeuge und Material einsatzfähig sind.

Zusammengefasst: Unsere Aufgabe ist es, jederzeit einsatzbereit zu sein und gleichzeitig täglich zur Sicherheit des EuroAirport beizutragen.


Wie viele Personen umfasst die SSLIA, und wie ist der Dienst organisiert?

Die SSLIA besteht aus 36 Frauen und Männern unter der Leitung eines Dienstverantwortlichen. Das Team ist in drei Gruppen zu je zwölf Personen organisiert, die im Rhythmus von 24 Stunden Dienst, gefolgt von 48 Stunden Ruhezeit, arbeiten.

Täglich sind acht Feuerwehrleute im operativen Einsatzdienst, um rund um die Uhr Rettungs- und Brandbekämpfungsaufgaben auf der gesamten Flughafenplattform zu gewährleisten.


Welche Ausbildung und Zertifizierungen braucht es für die Arbeit bei der SSLIA?

Um Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau bei der SSLIA zu werden, braucht es zunächst eine zivile Feuerwehr-Grundausbildung sowie den Lastwagenführerausweis. Nach der Ankunft am EuroAirport durchläuft jede neue Einsatzkraft eine rund dreimonatige lokale Ausbildung. In dieser Zeit macht sie sich mit dem Flughafenumfeld, den Abläufen und Verfahren, den Fahrzeugen und der Ausrüstung sowie den Besonderheiten der Plattform vertraut.

Diese Ausbildung wird durch eine dreiwöchige nationale Spezialausbildung in einem Fachzentrum ergänzt. Sie vermittelt die spezifischen Kompetenzen des Flughafenfeuerwehr-Berufs. Dieser gesamte Ausbildungsweg stellt sicher, dass jedes Teammitglied bestens darauf vorbereitet ist, in einem so besonderen Umfeld wie einem Flughafen schnell und wirksam einzugreifen.


Ein Flugzeugbrand erfordert eine rasche Reaktionszeit. Wie wird das trainiert und sichergestellt?

Die Interventionsgeschwindigkeit ist bei einem Flugzeugbrand entscheidend. Die SSLIA muss unabhängig vom Ort auf dem Flughafen in weniger als drei Minuten eingreifen und dabei mindestens 50 % der erforderlichen Löschmittelmenge in dieser Zeit ausbringen können.

Um diese Reaktionsfähigkeit zu gewährleisten, trainieren wir regelmässig unter realitätsnahen Bedingungen. Einmal pro Quartal wird für das Bereitschaftsteam eine Überraschungsübung durchgeführt. Diese Übungen dienen dazu, die Reaktionszeiten, den Einsatz der Fahrzeuge und Löschmittel sowie die Koordination des Teams zu überprüfen. Ziel ist, dass am Tag eines echten Notfalls jeder Handgriff sitzt und das Team sofort und wirksam eingreifen kann.


Was unterscheidet einen Einsatz am Flughafen von jenem einer kommunalen Feuerwehr?

Der Hauptunterschied liegt in der Spezialisierung. Die Feuerwehrleute der SSLIA sind in erster Linie Experten für die Bekämpfung von Flugzeugbränden und für Einsätze im besonderen Umfeld eines Flughafens.

Sie verfügen aber auch über die klassischen Kompetenzen von Feuerwehrleuten und können in sehr unterschiedlichen Situationen eingreifen: Personenrettung, Gebäudebrände, Verkehrsunfälle oder andere Rettungseinsätze. Sie verbinden also die vielseitigen Fähigkeiten im Feuerwehrdienst mit einer spezifischen Expertise für die Risiken der Luftfahrt und der Flugzeuge.


Wie oft und in welcher Form finden Übungen statt, einschliesslich binationaler Übungen mit französischen und Schweizer Partnern?

Die Teams der SSLIA trainieren täglich durch Schulungen und Manöver. Diese Übungen dienen dem Erhalt der Kompetenzen, der Stärkung der Teamkoordination und vor allem der raschen und wirksamen Einsatzbereitschaft im Notfall.

Im Laufe des Jahres werden zudem verschiedene Übungen organisiert, um unsere Verfahren und unsere operative Leistungsfähigkeit unter möglichst realitätsnahen Bedingungen zu testen.

Die Zusammenarbeit mit unseren französischen und Schweizer Partnern ist am EuroAirport aufgrund seiner einzigartigen Lage besonders wichtig. Binationale Übungen bieten dabei eine ausgezeichnete Gelegenheit, sich besser kennenzulernen, den Austausch zu vertiefen und die Koordination der Mittel zu stärken. Diese gemeinsamen Trainings tragen dazu bei, bewährte Praktiken zu festigen und gemeinsam eine wirksame Reaktion auf Grossereignisse vorzubereiten.


Wie arbeitet die Feuerwehr mit den anderen Sicherheitsakteuren zusammen?

Die Flugsicherung, die Rettungsdienste und die verschiedenen Sicherheitsakteure sind Partner, mit denen wir täglich zusammenarbeiten. Diese Zusammenarbeit ist entscheidend, um die Sicherheit aller Personen auf der Plattform zu gewährleisten.

Wir tauschen uns regelmässig aus, nehmen an gemeinsamen Übungen teil und koordinieren unsere Massnahmen. Ziel ist, dass im Ereignisfall jeder seine Rolle kennt und wir gemeinsam schnell und wirksam handeln können.

Wie haben sich die Einsätze in den letzten Jahren entwickelt?

Die Einsätze der SSLIA entwickeln sich mit dem Flughafen selbst. Der EuroAirport befindet sich in ständiger Weiterentwicklung: zunehmender Verkehr, neue Infrastrukturen, neue Flugzeugtypen, aber auch neue Technologien und neue Risiken.

Wir müssen daher unsere Mittel, unsere Ausrüstung, unsere Ausbildungen und unsere Einsatzmethoden laufend anpassen. Unser Beruf entwickelt sich mit dem Flughafen weiter, doch unser Ziel bleibt dasselbe: das bestmögliche Sicherheitsniveau für Passagiere, Personal und die gesamte Plattform zu gewährleisten.


Vor welchen Herausforderungen steht die SSLIA künftig?

Die SSLIA wird in den kommenden Jahren mehrere Herausforderungen meistern müssen. Die erste ist ökologischer Natur: Wir müssen unsere Flotte schrittweise durch umweltfreundlichere Fahrzeuge ersetzen, ohne dabei die für unsere Notfalleinsätze unerlässliche Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit zu verlieren.

Die zweite Herausforderung ist technologischer Natur. Die zunehmende Präsenz von elektrischen Fahrzeugen, Geräten und Ausrüstungen auf der Plattform bringt neue Risiken mit sich. Wir müssen daher unsere Ausrüstung, unsere Verfahren und die Ausbildung unserer Teams laufend anpassen.

Die grösste Herausforderung dürfte jedoch die personelle sein. Mit längeren Karrieren und einem steigenden Durchschnittsalter des Personals müssen wir uns damit auseinandersetzen, wie wir eine optimale Einsatzfähigkeit erhalten können. Der Beruf der Flughafenfeuerwehrleute bleibt körperlich wie mental anspruchsvoll. Es wird deshalb von entscheidender Bedeutung sein, das Personal während der gesamten Laufbahn zu begleiten, unsere Organisation laufend weiterzuentwickeln und eine hohe Einsatzbereitschaft zu erhalten.

 
 
 

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