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Andreas Behnke erklärt: Wie Swissport den EuroAirport zum Vorzeige-Flughafen macht

In einem aufschlussreichen Interview mit Andreas Behnke, dem CEO & Station Manager Basel bei Swissport, diskutieren wir die jüngste Auszeichnung von EasyJet, den «Ground Ops Airport of the Year – Medium» Award, der die sehr guten Leistungen des EuroAirports anerkennt. Behnke erläutert, wie die Fokussierung auf Kundenzufriedenheit, effektive Mitarbeitertrainings und strategische Investitionen zur kontinuierlichen Verbesserung des Service beitragen. Er hebt zudem die Bedeutung der geografischen Lage des EuroAirports hervor, die dazu beiträgt, dass Swissport ein sehr attraktiver Arbeitgeber ist.



Erst kürzlich durften Sie den Award «Ground Ops Airport of the Year – Medium» von EasyJet in London entgegennehmen. Wie bewerten Sie die jüngste Auszeichnung für Swissport am Euro-Airport? 

Der EuroAirport ist der drittgrösste nationale Flughafen in der Schweiz und zugleich der siebtgrösste in Frankreich. Die typische Klientel sind Ferienreisende oder Passagiere, die ihre Familien im Ursprungsland besuchen. Dieses Reisesegment wird in Basel grösstenteils durch sogenannte Low-Cost-Airlines bedient. Fluggesellschaften aus diesem Segment, wie easyJet, legen grossen Wert auf Sicherheit, Pünktlichkeit und Kundenzufriedenheit. All ihre Bodenverkehrsdienstleister werden jährlich nach strengen Kriterien bewertet und ausgezeichnet. Mit dieser Auszeichnung wird die Effektivität unserer Trainingsprogramme bestätigt. Und natürlich ist dieser Award zum zweiten Mal in Folge vor allem auch eine grosse Wertschätzung für die hervorragende Arbeit unserer Mitarbeitenden.


Was sind die Hauptgründe, dass Sie sich gegen zwei weitere nominierte mittelgrosse Flughäfen – Nizza und Paris-Orly – durchgesetzt haben? 

Es werden vor allem die Kategorien Sicherheit, Pünktlichkeit und Kundenzufriedenheit bewertet. Der EuroAirport weist einen der höchsten Werte für die Pünktlichkeit im easyJet-Netzwerk aus. Sehr positiv wurde auch die Flugsicherheit beurteilt, die für uns oberste Priorität hat. Seit Jahren haben wir bei easyJet einen tadellosen Leistungsausweis, Passagiere und Flugzeuge sicher abzufertigen. Unser Fokus auf Arbeits- und Flugsicherheit belegt auch die jährlich stattfindende «Safety Week», die der EuroAirport organisiert. Betreiber wie Swissport, die Polizei, die Feuerwehr, easyJet oder die Rega widmen sich in dieser Woche dem Thema Sicherheit und sensibilisieren auf diese Weise ihre Mitarbeitenden.


Welche spezifischen Massnahmen haben Ihrer Meinung nach zur sehr guten Servicequalität am EuroAirport beigetragen? 

Besonders während und kurz nach der Pandemie stellte das Reisen für Passagiere eine grosse Herausforderung dar, da zusätzliche Dokumente benötigt wurden und stetig wechselnde gesundheitliche Auflagen eingehalten werden mussten. Wir haben daher unsere Mitarbeitenden geschult im Umgang mit schwierigen Situationen und in der Konfliktbewältigung. Dass wir die Schulung auf die Passagierbetreuung fokussiert haben, hat sich gelohnt. Eine weitere unserer Stärken ist die vielseitige Einsetzbarkeit unserer Mitarbeitenden. Ungeplante Entwicklungen wie Verspätungen, Annullationen oder höhere Passagieraufkommen gehören zum Flug-Business. Aus diesem Grund haben wir Mitarbeitende in der Frachtabteilung, die kurzfristig in der Bodenabfertigung von easyJet einspringen oder Lounge-Mitarbeitende, die bei Flug-Annullationen beim Ticketing eingesetzt werden können.


Können Sie die Bedeutung der Mitarbeiterzufriedenheit bei Swissport erläutern und wie diese zur Leistungsfähigkeit am EuroAirport beiträgt? 

Wir setzen uns auf verschiedenen Ebenen für eine hohe Zufriedenheit unserer Mitarbeitenden ein. Wir fördern mit diversen Aktionen wie Sportanlässen, Feiern und Feiertagsaktionen eine Wir-Kultur. Dies trägt zu einer hohen Leistungsbereitschaft und zu einem Team Spirit bei. Von grosser Bedeutung ist auch unser attraktives Schulungsprogramm. Regelmässige Trainings sind essenziell, damit wir Passagiere freundlich, speditiv und vor allem auch sicher an ihr Reiseziel begleiten können. Im Durchschnitt absolvieren unsere Mitarbeitenden rund 100 Stunden Training pro Jahr.


Wie beeinflusst die geografische Lage des EuroAirports und die Möglichkeit, Personal im Elsass und in Deutschland zu rekrutieren, die Betriebsstrategie von Swissport? 

Da der trinationale EuroAirport bekanntlich auf französischem Staatsgebiet liegt, beschäftigen wir viele Mitarbeitende aus dem Elsass. Viele sind zwei- oder dreisprachig (Deutsch/Französisch/Englisch) und verfügen über eine ausgezeichnete Ausbildung. Wir bieten Mitarbeitenden mit Wohnort in Frankreich oder Deutschland die marktüblichen Schweizer Arbeitsbedingungen an. Dies und die Grenznähe macht uns zu einem attraktiven Arbeitgeber. Natürlich beschäftigen wir auch Mitarbeitende aus der Nordwestschweiz.


Welche Herausforderungen sehen Sie für die Zukunft der Flughafen-Bodenabfertigungsdienste, und wie bereitet sich Swissport darauf vor? 

Auch die Aviatikbranche ist mit dem Fachkräftemangel konfrontiert. Für uns als Swissport ist es daher sehr wichtig, neue Arbeitskräfte und Spezialistinnen und Spezialisten für die benötigten Fachbereiche zu rekrutieren. Dies gilt insbesondere, um Spitzenzeiten und Flugunregelmässigkeiten während der Ferienzeit und den Sommermonaten möglichst gut abdecken zu können.  

Gefordert sind wir auch im Bereich der Nachhaltigkeit. Wir haben uns verpflichtet, bis 2050 zu 100 Prozent klimaneutral zu sein. Dies soll durch die Dekarbonisierung des Betriebs und der Lieferketten erreicht werden. In diesem Zusammenhang haben wir uns das Ziel gesetzt, sowohl kurzfristig die Treibhausgasemissionen zu reduzieren als auch bis 2050 im Rahmen der Science Based Targets Initiative (SBTi) Netto-Null-Ziele zu erreichen. Im Mittelpunkt steht die Elektrifizierung unserer Bodenfahrzeugflotte. Es ist unser Ziel, den Anteil der Elektrofahrzeuge bis 2032 auf mindestens 55 Prozent der gesamten motorisierten Flotte zu erhöhen. An einigen Swissport-Standorten haben wir dieses Ziel bereits erreicht.


Was hat Swissport in jüngster Vergangenheit unternommen, um die sogenannte Passenger Journey am EuroAirport zu verbessern? 

Wir arbeiten Hand in Hand mit dem EuroAirport, um die Reise der Passagiere vor oder nach dem Flug so effizient, stressfrei und planbar wie möglich zu gestalten. Aus diesem Grund haben wir zusammen mit dem EuroAirport für Reisende, die auf Linienflüge gebucht sind, einen exklusiven VIP-Service namens «Meet & Greet» ins Leben gerufen. Wir übernehmen das Gepäck vom Parkplatz und begleiten die Reisenden diskret und bequem durch den Flughafen. In einem separaten Bereich werden das Check-in sowie die Passkontrolle durchgeführt und die Passagiere am Schluss mit der Limousine zum Flugzeug chauffiert. Es gibt zudem eine günstigere Time Saver Variante mit Fast Track Lane bei der Sicherheitskontrolle, dafür ohne Porter Service oder Limousine. Zudem betreiben wir in Basel weltweit das einzige Reisebüro Swissport Travel Center & Lounges, das Passagiere bei ihren Reisevorhaben berät.


Wie beurteilen Sie die Pläne für das neue Terminal? 

Wir sind überzeugt, dass das geplante neue Terminal den EuroAirport zu einem noch moderneren und effizienteren Flughafen machen wird. Dazu trägt auch der Ausbau der Boarding-Zonen bei. Waren früher kleinere Crossair Flugzeugtypen wie die Saab 2000 oder der Jumbolino im Einsatz, dominieren heute moderne Flugzeugtypen wie die Boeing 737, der Airbus 320 oder 321, letzterer mit einer Kapazität von bis zu 220 Passagieren. Dafür werden grössere Boarding Zonen gebaut, da die jetzige Infrastruktur nur punktuell dem heutigen Standard entspricht. Dies wird das Reiseerlebnis der Passagiere verbessern, weshalb wir uns auf das neue Terminal freuen.


Können Sie einen Ausblick geben, wie Swissport seine Dienstleistungen am EuroAirport weiterentwickeln und verbessern möchte? 

Am gesamten EuroAirport wird der Gastronomiebereich aufgewertet. Unter anderem werden wir in die Aufwertung der Skyview Lounge und in die SkyTerasse – dazu gehört auch ein neues kostengünstiges SkyCafé – investieren. 

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