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Über 600 Millionen Euro für einen besseren Flughafen

vor 1 Stunde
3 Min. Lesezeit

Der EuroAirport steht am Anfang des grössten Investitionsprogramms seit Jahrzehnten. Bis 2032 investiert er über 600 Millionen Euro in die Modernisierung und den Ausbau seiner Infrastruktur. Im Zentrum steht dabei die Verbesserung der Dienstleistungsqualität: Knapp die Hälfte der Mittel ist für Projekte vorgesehen, die das Reiseerlebnis verbessern sollen. Die Investitionen stärken dabei nicht nur den Flughafen selbst, sondern den Wirtschaftsstandort im ganzen Dreiländereck.


Der EuroAirport ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. 2025 nutzten 9,6 Millionen Passagiere den Flughafen, so viele wie noch nie. Allein in den zehn Wochen der Sommerferien waren es über 2,4 Millionen, rund 9 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Betrieb lief dabei geordnet und stabil, die Wartezeiten blieben moderat.


Die Infrastruktur hat mit dieser Entwicklung aber nicht Schritt gehalten. Sie wurde ursprünglich für kleinere Flugzeugtypen und weniger Passagiere ausgelegt und seit rund 25 Jahren nicht mehr grundlegend modernisiert. In Spitzenzeiten wird das spürbar. Mit dem neuen Investitionsprogramm will der EuroAirport seine Infrastrukturen an die heutigen Bedürfnisse anpassen und für die Anforderungen der kommenden Jahrzehnte fit machen.


Fast die Hälfte der Investitionen dient der Verbesserung der Dienstleistungsqualität


Der Verwaltungsrat des EuroAirport hat den Investitionsplan für die Jahre 2026 bis 2032 am 1. April 2026 verabschiedet. Er umfasst insgesamt 614 Millionen Euro. Der grösste Anteil entfällt auf Projekte zur Verbesserung des Passagiererlebnisses: 289 Millionen Euro, also knapp die Hälfte der Gesamtsumme.


Die übrigen Mittel verteilen sich auf die Infrastruktur für den Flugbetrieb (89 Millionen), den Unterhalt und Ersatz bestehender Anlagen (86 Millionen), die Entwicklung von Industrie- und Immobilienflächen (53 Millionen), Nachhaltigkeit (51 Millionen) und Digitalisierung (20 Millionen). 26 Millionen Euro sind als Reserve für künftige Projektanforderungen vorgesehen. Für das laufende Jahr 2026 sind Investitionen von 79 Millionen Euro geplant.


Erste Verbesserungen wurden schon vorher umgesetzt: Seit Ende April 2025 steht ein vollständig erneuertes Gastronomieangebot zur Verfügung, im Oktober 2025 wurde nach rund zehn Jahren ein Teil der Zuschauerterrasse wiedereröffnet, und seit September 2025 ist ein neu gestalteter, für die Nutzung auf Mobilgeräten optimierter Webauftritt online.


Drei Grossprojekte


Sanierung der Hauptpiste: Den Auftakt des Investitionsprogramms bildete die Sanierung der Hauptpiste, die vom 15. April bis 20. Mai 2026 durchgeführt wurde. Für Passagiere ist diese Massnahme kaum sichtbar, für einen sicheren und zuverlässigen Flugbetrieb aber unverzichtbar.


Modernisierung der Gates Süd: Ab 2026 werden die Wartebereiche an den südlichen Gates modernisiert und vergrössert. Die Fläche der Wartezonen wird verdoppelt, die Anzahl der Gates bleibt unverändert. Das heisst: deutlich mehr Platz und Komfort für die Reisenden vor dem Abflug. Die erweiterten Wartebereiche sollen ab dem ersten Quartal 2028 zur Verfügung stehen.


Terminalanbau EMT Landside: Das grösste Einzelprojekt ist die Erweiterung des Terminals auf der Landseite. Im neuen Gebäudeteil sollen künftig die zentralisierten Sicherheitskontrollen und die Ankunftshalle untergebracht werden. 2025 wurde das Gewinnerprojekt ausgewählt. Der Baustart ist ab 2027 geplant, die Inbetriebnahme 2030/31.


Tobias Markert, Direktor des EuroAirport ordnet das Investitionsprogramm wie folgt ein:

«Ab 2026 starten wir einen mehrjährigen Investitionszyklus von über 600 Millionen Euro mit dem Ziel, die Qualität für unsere Passagiere spürbar zu verbessern und unsere Infrastruktur schrittweise zu modernisieren. Es geht uns dabei darum, den Flughafen an die heutigen Anforderungen anzupassen und zukunftsfähig aufzustellen – mit besserem Komfort, effizienteren Abläufen und einer modernen Infrastruktur.»


Visualisierung: Die Erweiterung des Terminals auf der Landseite. Quelle: EuroAirport
Visualisierung: Die Erweiterung des Terminals auf der Landseite. Quelle: EuroAirport

Investitionen für die ganze Region


Der EuroAirport ist weit mehr als ein Ort für Abflug und Ankunft. Auf der Flughafenplattform arbeiten mehr als 6'700 Menschen in unterschiedlichsten Berufen. Damit gehört der Flughafen zu den wichtigsten Arbeitgebern im Dreiländereck.


Eine zentrale Rolle spielt auch die Fracht. Der EuroAirport hat sich auf den Transport zeit- und temperaturempfindlicher Güter spezialisiert, insbesondere für die Life-Sciences-Industrie. Das spezialisierte Cargo-Terminal ist für die in der Region ansässigen Unternehmen ein wichtiger Standortfaktor. 2025 entwickelte sich das Frachtgeschäft stabil.


Auch im Industriebereich ist die Flughafenplattform international gut positioniert: Sie zählt zu den weltweit führenden Zentren für die Ausstattung und Wartung von VVIP-Flugzeugen und schafft damit qualifizierte Arbeitsplätze in der Region.


Für Reisende und Unternehmen gleichermassen wichtig ist die Anbindung: Mit Direktverbindungen zu rund hundert Destinationen, vor allem in Europa und im Mittelmeerraum, sowie zahlreichen Umsteigemöglichkeiten über internationale Drehkreuze trägt der EuroAirport zur Erreichbarkeit und Attraktivität der trinationalen Region bei. Die Investitionen der kommenden Jahre stärken damit nicht nur den Flughafen selbst, sondern den Wirtschaftsstandort im ganzen Dreiländereck.

 
 
 

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